Jan Jasper Kosok Jan Jasper Kosok

Die soziale Frage ist größer als das Geld

Wer bekommt wie viel? Das ist eine zentrale soziale Frage. Aber vielleicht haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, sie für die ganze soziale Frage zu halten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt habe ich von vielen Kolleg:innen, die ich sehr schätze, einen Satz gehört, der mir so oder ähnlich schon öfter begegnet ist. Ich paraphrasiere: Jetzt müsse man aber wirklich und endlich die soziale Frage stellen. Und meine erste Reaktion darauf ist: Ja. Natürlich. Wir leben in einem Land, in dem Vermögen extrem ungleich verteilt sind, Erbschaften oder deren Fehlen ganze Biografien auseinanderdriften lassen, Mieten in Großstädten für viele Menschen zum beherrschenden Kostenfaktor geworden sind und sich gleichzeitig seit Jahren der Eindruck verfestigt, für alles Mögliche sei kein Geld mehr da. Schulen, Bahn, Brücken, Schwimmbäder, Pflege, Kommunen: schwierig. Vermögen stärker besteuern? Auch schwierig. Erbschaften? Noch schwieriger. Die Wirtschaft schwächelt, die Schuldenbremse drückt, Unternehmen könnten abwandern und irgendwo sitzt mit Sicherheit bereits jemand in einem Ausschuss und erklärt, warum ausgerechnet sein Geschäftsmodell jetzt wirklich nicht zusätzlich belastet werden kann.

Also ja: Stellen wir die soziale Frage. Nur merke ich, je häufiger ich diesen Satz lese, dass mich etwas daran stört. Vielleicht ist es auch nur begriffliche Pedanterie, aber wenn wir von der sozialen Frage sprechen, meinen wir erstaunlich häufig die finanzielle. Wer hat wie viel? Wer verdient wie viel? Wer besitzt was? Was kostet die Wohnung? Wie hoch ist die Rente? Wer trägt welche Steuerlast? Alles wichtige Fragen. Vielleicht sogar die wichtigsten. Aber sind es wirklich die einzigen sozialen Fragen?

Denn „sozial“ bezeichnet doch eigentlich etwas sehr viel Größeres. Wie Menschen miteinander leben. Wem sie vertrauen. Wer Anerkennung erfährt. Wer sich zugehörig fühlt und wer nicht. Welche Lebensentwürfe als normal gelten. Wer das Gefühl hat, gehört zu werden. Wer bestimmen darf, was als Fortschritt gilt. Welchen Status jemand innerhalb einer Gesellschaft besitzt und was passiert, wenn dieser Status tatsächlich oder vermeintlich verloren geht. Vielleicht verstehe ich den Begriff also einfach falsch. Aber wann ist das Soziale eigentlich derart auf das Ökonomische zusammengeschrumpft?

Das Merkwürdige daran ist, dass selbst scharfe Kritik am Kapitalismus manchmal erstaunlich nah an dessen Menschenbild bleibt. Der Kapitalismus, etwas grob gesprochen, übersetzt beinahe alles in ökonomische Kategorien. Arbeit bekommt einen Preis, Boden bekommt einen Preis, Zeit bekommt einen Preis, Aufmerksamkeit mittlerweile sowieso. Wer viel besitzt, hat nicht nur viel Geld, sondern meistens auch mehr Möglichkeiten, mehr Sicherheit, mehr Einfluss. Die Kritik antwortet darauf häufig: Das ist ungerecht verteilt. Stimmt. Aber möglicherweise beginnt das Problem einen Schritt vorher. Wenn wir gesellschaftliche Verhältnisse vor allem darüber beschreiben, wer welchen Anteil an etwas bekommt, das sich in Geld ausdrücken lässt, haben wir dann nicht bereits akzeptiert, dass genau darin die entscheidende Maßeinheit menschlichen Wohlergehens liegt?

Aus einer geschlossenen Sparkassenfiliale wird noch keine Sehnsucht nach traditionellen Geschlechterrollen

Das ist natürlich ein unfairer Einwand. Eigentum bedeutet Macht. Ein Milliardär kann seine Interessen auf eine Weise durchsetzen, die einer Altenpflegerin schlicht nicht zur Verfügung steht. Unternehmen beschäftigen Lobbyist:innen, besitzen Medien, finanzieren Kampagnen, bestimmen Arbeitsbedingungen und entscheiden darüber, wo investiert wird und wo nicht. Es wäre einigermaßen albern, diese Unterschiede mit dem Hinweis wegzuwischen, Menschen hätten schließlich auch Gefühle. Und vielleicht ist genau deshalb die Versuchung so groß, auch vermeintlich kulturelle Konflikte als Ausprägungen materieller Verhältnisse zu verstehen. Konkurrenz, Abstiegsangst, Rassismus, der Wunsch nach Abgrenzung: All das lässt sich sicherlich auch mit der Logik kapitalistischer Gesellschaften in Verbindung bringen.

Vielleicht. Nur stolpere ich inzwischen ein bisschen über dieses „am Ende“. Denn wenn man weit genug herauszoomt, lässt sich fast jedes gesellschaftliche Phänomen auf eine grundlegende Struktur zurückführen. Die Frage ist nur, ob die Erklärung dadurch immer besser wird. Oder ob irgendwann das Gegenteil passiert und wir ausgerechnet jene Ebene aus dem Blick verlieren, auf der Menschen ihre Welt tatsächlich wahrnehmen. Aus einer kaputten Bahnstrecke folgt schließlich noch keine Ablehnung von Geflüchteten. Aus einem niedrigen Einkommen keine Feindschaft gegenüber queeren Menschen. Aus einer geschlossenen Sparkassenfiliale keine Sehnsucht nach traditionellen Geschlechterrollen. Und aus einer ungerechten Erbschaftsteuer folgt erst recht nicht zwangsläufig, dass jemand sein Kreuz bei einer rechtsextremen Partei macht.

Zwischen materieller Erfahrung und politischer Reaktion liegt eine Deutung. Jemand muss erklären, warum es mir schlechter geht. Warum meine Umgebung sich verändert. Warum andere scheinbar gehört werden und ich nicht. Wer schuld daran ist. Wer zu viel bekommt. Und vermutlich noch wichtiger: wer dieses ominöse „Wir“ eigentlich ist, dem angeblich etwas weggenommen wurde.

Nur entstehen solche Deutungen natürlich nicht in unseren Köpfen allein. Vor einigen Jahren habe ich schon einmal darüber geschrieben, wie sehr das Netz nicht nur verändert hat, was wir voneinander wissen, sondern auch, wie wir Öffentlichkeit herstellen. Vielleicht habe ich damals sogar noch unterschätzt, wie politisch diese Frage einmal werden würde. Einen erheblichen Teil unserer gesellschaftlichen Verständigung haben wir inzwischen in Räume ausgelagert, die Unternehmen gehören und nach Regeln funktionieren, die nicht mit dem Ziel entworfen wurden, Verständigung besonders gut gelingen zu lassen. Aufmerksamkeit lässt sich monetarisieren, und Konflikt erzeugt Aufmerksamkeit.

Wo und durch wen lernt eine Gesellschaft, ihre Unzufriedenheit zu deuten

Das heißt nicht, dass Facebook, TikTok, YouTube oder X Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Nationalismus erfunden hätten. Das wäre fast beruhigend, weil man dann nur die Plattformen abschalten müsste und anschließend könnten wir wieder vernünftig miteinander reden. So einfach ist es offensichtlich nicht. Die Plattformen treffen auf Kränkungen, Statuskämpfe und Vorurteile, die bereits da sind. Aber sie verstärken sie, machen sie sichtbar und verbinden Menschen miteinander, die früher vielleicht am Stammtisch festgestellt hätten, dass nur drei von zehn ihrer Meinung sind, aber heute binnen Minuten zehntausend andere finden, die ihnen versichern, sie seien die schweigende Mehrheit.

Gerade darin zeigt sich allerdings auch, wie schwierig die Trennung zwischen Ökonomie und Kultur wird. Dass Aufmerksamkeit verkauft wird und Empörung ein Geschäftsmodell sein kann, ist selbst eine ökonomische Logik. Sie trifft auf kulturelle Konflikte, verstärkt sie und verändert dadurch politische Identitäten. Diese Identitäten beeinflussen wiederum Wahlen und damit auch materielle Verhältnisse. Vielleicht müssen wir also nicht nur fragen, warum Menschen unzufrieden sind, sondern auch, wo und durch wen eine Gesellschaft lernt, ihre Unzufriedenheit zu deuten.

Früher übernahmen diese Funktion stärker Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine, Nachbarschaften und einige wenige Massenmedien. Ganz sicher war die alte Öffentlichkeit kein herrschaftsfreier Debattierclub. Aber diese Institutionen bündelten Interessen, vermittelten zwischen Gruppen und zwangen Menschen zumindest gelegentlich dazu, sich mit denen auseinanderzusetzen, die nicht ohnehin ihrer Meinung waren. Heute findet ein wachsender Teil dieser Deutung in Öffentlichkeiten statt, deren Infrastruktur von der möglichst langen Verweildauer ihrer Nutzer:innen lebt. Es geht also nicht nur darum, welche Geschichte über gesellschaftliche Probleme die überzeugendste ist. Es geht auch darum, welche Geschichten ein System begünstigt, das an unserer Aufmerksamkeit verdient.

An diesem Punkt wird es für mich schwierig, den Aufstieg der AfD ausschließlich oder auch nur hauptsächlich als Verteilungsfrage zu verstehen. Natürlich spielt materielle Unsicherheit eine Rolle. Natürlich sind kaputte Infrastruktur, fehlende Aufstiegschancen und das Gefühl, dass öffentliche Institutionen sich aus dem eigenen Leben zurückziehen, politische Probleme. Wer jeden Tag erlebt, dass der Bus nicht mehr fährt, der Arzt keine Patient:innen mehr annimmt und die eigenen Kinder für Ausbildung oder Studium wegziehen, braucht keinen Vortrag aus Berlin darüber, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch ein ziemlich reiches Land ist. Aber Menschen können sich auch als Verlierer:innen fühlen, ohne ärmer geworden zu sein.

Man muss Verlusterfahrungen nicht für berechtigt halten, um anzuerkennen, dass sie existieren

Ein Mann kann erleben, dass Frauen heute selbstverständlicher Macht beanspruchen, und darin einen eigenen Statusverlust sehen. Heterosexuelle können eine Welt, in der andere Lebensweisen sichtbarer werden, als Verlust einer Ordnung empfinden, in der ihre eigene nie erklärt werden musste. Menschen auf dem Land können den Eindruck entwickeln, dass urbane Lebensweisen nicht nur dominieren, sondern sich über ihre lustig machen. Eine Generation kann feststellen, dass Wörter, Witze oder Umgangsformen, die einmal selbstverständlich waren, plötzlich begründungspflichtig werden. Man muss diese Verlusterfahrungen nicht für berechtigt halten, um anzuerkennen, dass sie existieren.

Vielleicht ist „Revanchismus“ dafür sogar das passendere Wort als „Abstiegsangst“. Nicht unbedingt der Wunsch, wirtschaftlich wieder aufzusteigen, sondern die Sehnsucht danach, gesellschaftlich wieder an einem Ort zu stehen, den man einmal für selbstverständlich hielt. Somewheres gegen Anywheres, Land gegen Stadt, Männer gegen Frauen, Heterosexuelle gegen Queere: Das sind grobe Gegenüberstellungen. Aber vielleicht steckt darin ein Konflikt, den eine zusätzliche Buslinie allein nicht lösen wird. Und eine digitale Öffentlichkeit, in der jeder vermeintliche Verlust täglich mit neuen Beispielen bestätigt werden kann, dürfte ihn nicht kleiner machen.

Das heißt wiederum nicht, dass die Antwort jetzt einfach „mehr Kulturpolitik“ lautet. Davon haben wir derzeit vermutlich eher genug. Denn gleichzeitig passiert etwas Eigentümliches. Bei vielen materiellen Fragen erklärt Politik seit Jahren ziemlich ausführlich, warum sie nur begrenzt handeln kann. Kein Geld. Kein Wachstum. Internationale Konkurrenz. Die Schuldenbremse. Der demografische Wandel. Europa. Globalisierung. Irgendetwas ist immer. Bei kulturellen Konflikten scheint politische Bewegung dagegen sehr viel leichter herzustellen.

Dann wird erbittert über Gendersterne diskutiert, über Leitkultur, Migration, Bürgergeldempfänger:innen, Fleisch, Autos, Wärmepumpen oder die Frage, ob irgendwo eine Regenbogenflagge hängt. Nicht weil diese Fragen unwichtig oder ohne materielle Folgen wären. Viele sind es ausdrücklich nicht. Aber sie erlauben politische Auseinandersetzung, ohne zwangsläufig an Eigentumsverhältnisse, Vermögen oder die grundsätzliche Verteilung wirtschaftlicher Macht zu gehen. Diese Konflikte lassen sich zudem in der gegenwärtigen medialen Infrastruktur hervorragend bewirtschaften.

Empörung ist leichter zu transportieren als ein Finanzierungskonzept für gesetzliche Pflegeversicherung

Für eine Partei wie die AfD ist das ziemlich günstig. Sie braucht keine besonders komplizierte Antwort darauf, wie in einer alternden Gesellschaft Pflege finanziert, Infrastruktur modernisiert und gleichzeitig Wohlstand verteilt werden soll. Sie braucht vor allem eine Geschichte darüber, warum das Land so ist, wie es ist. Ihr wart einmal jemand. Dann kamen andere. Andere Menschen, andere Eliten, andere Werte, andere Lebensweisen. Sie haben euch nicht gefragt. Sie haben euch etwas weggenommen. Wir geben es euch zurück. Ökonomisch erklärt das wenig. Politisch kann es ausgesprochen wirkungsvoll sein. Und kommunikativ passt es gut in eine Öffentlichkeit, in der Empörung leichter zu transportieren ist als ein Finanzierungskonzept für die gesetzliche Pflegeversicherung.

Vielleicht liegt darin auch ein Problem progressiver Politik. Sie hat auf der einen Seite Programme. Mindestlohn erhöhen. Vermögen besteuern. Wohnungen bauen. Infrastruktur sanieren. Das ist gut. Auf der anderen Seite verteidigt sie gesellschaftliche Liberalisierung, Minderheitenrechte und individuelle Freiheit. Auch das ist gut. Aber was verbindet beides? Wo ist die Erzählung davon, welche Gesellschaft daraus eigentlich entstehen soll?

Wer materielle Ungleichheit ignoriert und Politik auf Repräsentation verengt, wird irgendwann zurecht gefragt, was ein divers besetzter Vorstand eigentlich der Reinigungskraft bringt. Wer umgekehrt glaubt, mit höheren Löhnen verschwänden Rassismus, Misogynie, Homophobie und autoritäre Sehnsüchte gleich mit, macht den Menschen zu einem erstaunlich simplen Wesen. Vielleicht besteht das Problem schon darin, beides gegeneinander auszuspielen. Verteilung und Anerkennung, materielle Sicherheit und gesellschaftlicher Status, Eigentum und Zugehörigkeit sind keine sauber getrennten Sphären. Sie greifen ineinander. Und unsere Vorstellungen davon entstehen zusätzlich in Kommunikationsräumen, deren Betreiber ihre ganz eigenen Interessen haben.

Vielleicht brauchen wir deshalb gar nicht weniger soziale Frage. Vielleicht brauchen wir mehr davon. Eine soziale Frage, die ihren Namen verdient und Vermögen und Einkommen genauso ernst nimmt wie Würde, Anerkennung und Zugehörigkeit. Die danach fragt, wer Macht besitzt, aber auch danach, warum Menschen bestimmte Machtverhältnisse akzeptieren oder sogar unterstützen. Die fragt, wer Öffentlichkeit organisiert und welche Anreize darin wirken. Die nicht jedes kulturelle Bedürfnis für progressiv erklärt, nur weil es kulturell ist, aber ebenso wenig jedes reaktionäre Bedürfnis zum Missverständnis eines eigentlich ökonomischen Konflikts umdeutet.

Wo wollen wir eigentlich hin?

Und vor allem eine soziale Frage, die wieder eine Frage stellt, die seltsam aus der Mode gekommen ist: Wo wollen wir eigentlich hin? Das Versprechen permanent wachsenden Wohlstands trägt sichtbar nicht mehr so wie früher. Die Vorstellung, den eigenen Kindern werde es automatisch besser gehen, ist brüchig geworden. Konsum eignet sich nur begrenzt als Sinnstiftung, und selbst diejenigen, die wirtschaftliches Wachstum weiterhin für unverzichtbar halten, werden erklären müssen, welches gute Leben damit irgendwann erreicht werden soll. Dazu kommt eine Schwierigkeit, die in unseren klassischen Fortschrittserzählungen kaum vorgesehen war: Wie entwirft man ein positives Bild der Zukunft, wenn die Zukunft selbst zunehmend als Bedrohung erscheint? Wenn der Klimawandel nicht mehr irgendein abstraktes Problem kommender Generationen ist, sondern die Frage aufwirft, welche Teile unseres heutigen Lebens überhaupt eine Zukunft haben? Vielleicht ist das eine der Zumutungen unserer Zeit: Wir sollen Lust auf ein Morgen entwickeln, von dem wir gleichzeitig lernen, dass es in vielem schlechter werden könnte als das Heute.

Die Rechte hat es da einfacher. Ihre Zukunft ist eine Vergangenheit, die es vermutlich nie gegeben hat. Zurück zu klaren Verhältnissen. Zurück zur Nation. Zurück zur Familie. Zurück zu einer Ordnung, in der jeder wusste, wo sein Platz war, was vor allem deshalb angenehm klingt, weil selten dazugesagt wird, wessen Platz damals ziemlich weit unten lag. Vielleicht ist gerade das so attraktiv an dieser Art von Nostalgie. Sie muss keine glaubwürdige Zukunft entwerfen. Sie behauptet einfach, irgendwo hinter uns habe bereits eine bessere gelegen.

Was aber ist die Gegenerzählung? Mehr Netto vom Brutto wird nicht reichen. Ein buntes Deutschland wahrscheinlich auch nicht. Beides beschreibt noch keine Gesellschaft, in der Menschen gerne miteinander leben. Und möglicherweise reicht es ebenso wenig, darauf zu hoffen, dass eine solche Erzählung von selbst entsteht, während der Raum, in dem wir sie miteinander aushandeln, nach völlig anderen Kriterien organisiert wird.

Vielleicht hatten meine Kolleg:innen nach Sachsen-Anhalt also vollkommen recht. Vielleicht müssen wir endlich wieder die soziale Frage stellen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob wir sie groß genug stellen. Denn möglicherweise lautet sie nicht allein: Wer bekommt wie viel? Sondern auch: Wer sind wir füreinander? Was schulden wir uns? Welche Veränderungen wollen wir gemeinsam aushalten, welche vorantreiben, welche begrenzen? Und wie sieht eine Zukunft aus, auf die nicht nur diejenigen Lust haben, die ohnehin zu ihren Gewinner:innen gehören?

Vielleicht wäre das ein Anfang. Eine Antwort ist es noch nicht.

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